Woher kommt der Graue Star?

Der Graue Star – medizinisch Cataract genannt – entsteht durch einen ganz natürlichen Prozess im Körper. Im Laufe der Jahre nimmt die Flexibilität der Augenlinsen ab und sie verhärten sich. Das führt dazu, dass sich die Augen nicht mehr so gut auf die unterschiedlichen Entfernungen wie Ferne und Nähe einstellen können. Man wird also alterssichtig. Schreitet dieser Prozess weiter fort, werden die Augenlinsen noch dazu trüb. Dies ist wie das Ergrauen der Haare ein ganz normaler altersbedingter Prozess und trifft früher oder später fast jeden. In der Regel macht sich dies zwischen 65 und 75 Jahren bemerkbar.

 

Wie bemerke ich Grauen Star?

Gegen die Alterssichtigkeit kann eine Lese- bzw. Gleitsichtbrille Abhilfe schaffen, oder eine dauerhafte Sehkorrektur mit Multifokallinsen. Trüben sich aber die Augenlinsen immer mehr ein, kann dies nur mit einem Linsenaustausch korrigiert werden. Das tückische: die Linsentrübung verläuft meist schleichend und das Sehvermögen verschlechtert sich allmählich. Zu beachten ist, dass bei einer abnehmenden Sehleistung die Fahrtauglichkeit bzw. die Verkehrstüchtigkeit nicht mehr gegeben ist.

Anzeichen für einen beginnenden Grauen Star sind:

  • Häufige Änderung der Sehstärke
  • Vermehrter Lichtbedarf beim Lesen
  • Erhöhte Blendempfindlichkeit in der Nacht und bei Dämmerung
  • Kontrastverlust (Grauschleier)
Gut zu wissen
Um schon frühzeitig erste Anzeichen des Grauen Star zu erkennen, ist eine regelmäßige Kontrolle bei Ihrem Augenarzt wichtig. 

Wie oft soll ich zur Augenkontrolle?

WIR EMPFEHLEN

  • bei einem Alter über 50 (Kurzsichtigkeit oder Augenerkrankungen in der Familie) eine jährliche Vorsorge
  • ab 70 Jahren eine jährliche Vorsorge (unabhängig von Fehlsichtigkeit oder Familienanamnese) 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Graue Star OP?

Die Entstehung des Grauen Star läuft allmählich im Laufe der Jahre ab. In seltenen Fällen ist auch eine abrupte Sehverschlechterung durch eine schneller verlaufende Linsentrübung möglich.

Früher hieß es: ‚man muss den Grauen Star erst reifen lassen‘

Doch heute weiß man: je früher die Versorgung – desto schonender der Eingriff – desto besser das mögliche Ergebnis.

Denn: im Anfangsstadium der Linsentrübung ist der Linsenkern noch relativ weich. So lässt er sich viel sanfter und schonender entfernen. Ist die Linsentrübung schon weit fortgeschritten, ist der Kern meist auch sehr hart. In diesem Zustand ist viel mehr Energie nötig, um die Linse zu entfernen und das Risiko für eventuelle Komplikationen steigt. Des Weiteren gehen meist Einbußen in der Lebensqualität durch eine abnehmende Sehleistung einher.

Eine frühe Versorgung des Grauen Star kann somit eine Verbesserung der Sehleistung ermöglichen (wenn keine anderweitigen Erkrankungen vorliegen, die das Sehvermögen einschränken).

Wie läuft eine Graue Star OP ab?

Die Operation des Grauen Star ist einer der häufigsten und sichersten Eingriffe in der ganzen Medizin und wir meist zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr durchgeführt.

OP ERFOLGT AMBULANT UND IM DÄMMERSCHLAF

Bei uns im MUNICH EYE erfolgt die Graue Star Operation ambulant. Am Tag der OP kommen Sie eine halbe Stunde vor Ihrem OP-Termin in unser Operationszentrum Riem. Dort bekommen Sie Tropfen zur Vorbereitung ins Auge und werden durch unser Anästhesie Team in einem angenehmen Dämmerschlaf versetzt. (Wichtig: wegen der Anästhesie bitte 6 Std vor der OP nichts essen und 2 Std vorher nichts mehr trinken.) Ihre Vitalwerte werden zu jedem Zeitpunkt der OP von unserem Team überwacht.

 

KEINE SPRITZE AM AUGE DURCH TROPFANÄSTHESIE

Ihre Augen werden mit Tropfen betäubt. Eine Betäubungsspritze am Auge ist nicht nötig. Nachdem Ihr Operateur Prof. Parasta einen kleinen Zugang an der Hornhaut eröffnet hat, wird die trübe Linse entweder mittels Nanolaser oder Ultraschallsonde zerkleinert und entfernt. Danach wird Ihre neue Linse eingesetzt und Sie erhalten für einen Tag einen Augenverband.

DER EIGENTLICHE EINGRIFF DAUERT NUR ETWA 15 MINUTEN

Rechnen Sie bitte wegen der Vorbereitungszeit und Nachbeobachtung mit einem Gesamtaufenthalt von ca. 1,5 – 2 Stunden in unserem Operationszentrum Riem. Unser Team wird Ihnen alles Wichtige mitteilen und Ihnen Informationen für die Zeit nach der OP mitgeben. Nach einem Getränk und einer kleinen Stärkung dürfen Sie gerne nach Hause fahren und sich dort erholen. Am nächsten Tag erfolgen Ihre Kontrolluntersuchung und die Überprüfung der Sehschärfe.

Welche Verfahren gibt es bei einer Grauen Star OP?

KLASSISCHE METHODE:
LINSENENTFERNUNG MIT ULTRASCHALL

Mittels einer kleinen Ultraschallsonde wird der Linsenkern entfernt. Durch die Abgabe von Ultraschallenergie kann der Kern zerkleinert werden und wird über die Sonde abgesagt.

Der Vorteil: durch eine hohe Ultraschallenergie können auch weit fortgeschrittene und stark verhärtete Linsen entfernt werden.

Der Nachteil: Die Hitzeentwicklung im Auge ist relativ hoch und kann ggf. zu Schäden im Auge führen. Die Energieabgabe erfolgt relativ großflächig. 

 

 

 

Hinweis
Die Kosten der klassischen Ultraschallmethode zur Entfernung der Linse bei einer Grauen Star Operation werden von allen Krankenkassen übernommen.

MODERNE METHODE:
SCHONENDE OP MIT NANOLASER

Seit mehreren Jahren gibt es eine moderne, schonende und präzise Art der Linsenentfernung: Den Nanosekundenlaser. Dieser gibt die Energie im Nanobereich ab und zerkleinert so die getrübte Augenlinse.

Der Nachteil: sehr stark verhärtete Linsen in einem weit fortgeschrittenen Stadium können mit dem Nanolaser nicht entfernt werden.

Der Vorteil: Der Nanolaser ist ein Kaltlaser und gibt keine Hitzeenergie ins Auge ab. Somit können keine Hitzeschäden entstehen. Die Energieabgabe erfolgt in einem kleineren Bereich und kann somit viel präziser dosiert und gesteuert werden. Bei der Methode mit dem Nanolaser werden Einmalinstrumente verwendet – so ist höchste hygienische Sicherheit gewährleistet.

Hinweis
Die Kosten dern modernen Nanolasermethode zur Entfernung der Linse bei einer Grauen Star Operation werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Bei privat Versicherten ist eine Kostenerstattung vom Patienten selbst zu prüfen.

Welche Betäubungsarten gibt es bei der Grauen Star OP?

BETÄUBUNGSSPRITZE

lange Zeit wurden standardmäßig Spritzen am Auge eingesetzt um es zu betäuben und für den Eingriff ruhig zu stellen. Diese Methode wird bei uns im MUNICH EYE nicht angewendet.

TROPFANÄSTHESIE UND DÄMMERSCHLAF

Die Augenoberfläche wird mit Tropfen betäubt, so dass Sie während des Eingriffs keine Schmerzen haben. Unsere Anästhesisten begleiten Sie zusätzlich durch eine Sedierung in einen leichten Dämmerschlaf. So ist der Eingriff für Sie entspannt und angenehm.

GRAUER STAR: URSACHEN SYMPTOME UND BEHANDLUNG

  • Grauer Star (Katarakt) - Ursachen, Symptome und Behandlung

    Grauer Star (Katarakt) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Welche Linsen werden beim Grauen Star eingesetzt?

Bei einer Grauen Star Operation wird die trübe und verhärtete Augenlinse entfernt und durch eine klare Linse ersetzt. Diese modernen High-Tech-Linsen haben eine Lebensdauer von ca. 90 Jahren und müssen nicht ausgetauscht werden.

Bei Ihrer OP-Voruntersuchung wird Ihre individuelle Stärke und der Linsentyp ermittelt.

Für die Wahl der geeigneten Linsen gibt es verschiedene Ausführungen:

 

BASISVERSORGUNG

Die Versorgung mit günstigen monofokalen Linsen (Einstärkenlinsen) dient lediglich dem Ersatz der getrübten Augenlinse. Diese Linsen haben keine besondere Schutzbeschichtung, keinen Farbfilter und können keine zusätzlich bestehenden Sehfehler wie z.B. Hornhautverkrümmung beheben. Die Standardlinsen können lediglich einen Sehbereich - entweder Ferne oder Nähe - korrigieren.In den meisten Fällen muss danach weiter eine Brille getragen werden.

Die Kostenübernahme einer Basisversorgung bei einer Grauen Star Operation werden durch alle Krankenkassen (gesetzlich und privat) übernommen.

PREMIUMVERSORGUNG

Linsenimplantate die zur Premiumversorgung bei einer Grauen Star Operation eingesetzt werden verfügen über

  • einen UV-Licht-Filter: zum Schutz für die Netzhaut
  • einen Farbfilter: für ein natürliches Farbensehen
  • eine Schutzbeschichtung: damit sich keine Ablagerungen auf den Linsen bilden die zu Seheinbußen führen können

Die Monofokallinsen bei einer Premiumversorgung korrigieren den Sehbereich entweder in der Nähe oder in der Ferne. Eine Brille muss in den meisten Fällen weiter getragen werden.

Die Kosten einer Premiumversorgung bei einer Grauen Star Operation werden i.d.R. von privaten Krankenkassen und Beihilfen übernommen. Bei gesetzlichen Krankenkassen muss eine Zuzahlung geleistet werden. 

INDIVIDUALVERSORGUNG

Liegt eine stärkere Hornhautverkrümmung vor, können sog. Torische Linsen eingesetzt werden. Diese gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen:
torische Monofokallinsen: korrigieren die Hornhautverkrümmung und Ferne oder Nähe
torische Mulitifokallinsen: korrigieren die Hornhautverkrümmung und sowohl Ferne als auch Nähe

Moderne High-Tech-Linsen, sog. Multifokallinsen können bei einer Grauen Star Operation sogar eine Brillenfreiheit ermöglichen. Durch ihre spezielle optische Beschaffenheit können sie den Fern- und auch den Nahbereich beim Sehen gleichzeitig korrigieren.

Alle Linsenimplantate die bei einer Individualversorgung eingesetzt werden, verfügen über eine Premiumausstattung (UV-Filter, Farbfilter, Schutzbeschichtung).

Die Kostenerstattung einer Individualversorgung bei einer Grauen Star Operation ist bei privaten Krankenkassen und Beihilfen tarifabhängig und muss vom Patienten selbst geprüft werden. Bei gesetzlichen Krankenkassen muss eine Zuzahlung geleistet werden. 

Fachsprechstunde Grauer Star

Im MUNICH EYE bieten wir eine spezielle Sprechstunde für Grauer Star Beratung und Operation an.

Zur Terminvereinbarung erreichen Sie uns 
per Mail unter kontakt@municheye-dachau.de 
und telefonisch unter +49-8137-303-4940